Informationen für Studieninteressierte
Interesse an MaWi? Hier haben wir ein paar Infos gesammelt!

Hier haben wir die unserer Meinung nach wichtigsten Themen rund um Materialwissenschaft und generell das Studium in Darmstadt zusammengefasst.

Materialwissenschaft ist eine Verknüpfung aus den Naturwissenschaften wie Physik und Chemie und Ingenieurwissenschaften wie Maschinenbau und Elektrotechnik. Je nachdem gibt es auch Überschneidungen zu anderen Naturwissenschaften wie Biologie. Dabei kann man sich je nach eigenem Interesse in ganz unterschiedliche Richtungen entwickeln. Häufig kann man die einzelnen Disziplinen auch gar nicht strikt voneinander trennen. So gibt es zum Beispiel Festkörperphysiker, Strukturchemiker oder auch Werkstoffingenieure, die sehr ähnliche Sachen machen wie die Gruppen an unserem Fachbereich.

Das Einzigartige bei uns im Fachbereich ist, dass all diese verschiedene Richtungen zusammenarbeiten und man ganz verschiedene Blickwinkel auf die Materialanalyse und Entwicklung hat. Ein großer Vorteil ist auch, dass wir einen eigenen Fachbereich Materialwissenschaft in Darmstadt haben und nicht der Chemie, der Physik oder dem Maschinenbau wie an anderen Universitäten untergeordnet sind. Außerdem gibt es dadurch, dass es einen eigenen Fachbereich gibt auch eine große Zahl an Arbeitsgruppen (ungefähr 20), die Materialforschung betreiben. Von der physikalischen Metallkunde über die elektronische Struktur von Materialien bis hin zur Materialmodellierung (Computersimulationen) ist die Vielfalt der Fachgebiete groß. Dabei liegt der Schwerpunkt eindeutig bei anorganischen Materialien und Funktionsmaterialien. Funktionsmaterialien sind Materialien wie Magnete, Halbleiter (für Solarzellen) und Supraleiter, die besondere Funktionseigenschaften haben. Im Studium werden jedoch auch konstruktive Materialeigenschaften sehr stark beleuchtet und man kann sich auch ohne weitere Probleme in diese Richtung vertiefen. Wenn man jedoch etwas mit Polymeren oder organischen Materialien machen will, ist die Auswahl der Fächer in der Materialwissenschaft deutlich begrenzter.

Ein weiterer Grund der klar für Materialwissenschaft in Darmstadt spricht, ist das ausgezeichnete Betreuungsverhältnis. Die Zahl der Studierenden im Vergleich zu Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern ist wirklich gut. So hat man jederzeit einen Ansprechpartner, den man Fragen zum Studium stellen kann. Auch ist das Umfeld am Fachbereich ein sehr persönliches, da man im Vergleich zu Massenstudiengängen, nahezu jeden kennt. Auch ist es bei Interesse sehr einfach eine Stelle als Hilfswissenschaftler zu finden (Arbeit im Labor oder als Übungsleiter). Damit kann man sich etwas Geld hinzuverdienen und meistens auch noch etwas fürs Studium lernen.

Dadurch dass der Fachbereich eigenständig ist, hat er auch ein eigenes Gebäude, das MaWi-Gebäude. In dem Gebäude finden sich das Lernzentrum der Materialwissenschaft (mit Präsenzbibliothek), zahlreiche Seminarräume, ein Computerpool, zahlreiches Labors und Büros. In der Klausurenphase findet sich eigentlich immer noch ein Platz zum Lernen im Lernzentrum oder in einem der Seminarräume. Damit ist man nicht abhängig von den Bibliotheken an der Lichtwiese (direkt gegenüber) oder in der Stadtmitte, die besonders in der Prüfungsphase meistens total überrannt sind.

Anfangs hört man vor allem physikalische, chemische, materialwissenschaftliche und mathematische Grundlagen. Hierbei liegt der Schwerpunkt im ersten Semester vor allem darauf, alle Studierenden auf einen Stand zu bringen (in Mathe, Physik und Chemie). Dabei geht der Stoff eindeutig über den Schulstoff hinaus, aber noch nicht sehr weitgehend. Außerdem erhält man eine tiefgehende Einführung in die Kristallographie, die für die meisten komplett neu sein sollte.

Das zweite Semester hat den eindeutigen Schwerpunkt Thermodynamik mit Phasendiagrammen (in MaWi 2) und den kompletten Grundlagen in physikalischer Chemie 1. Außerdem werden die mathematischen und physikalischen Kenntnisse vertieft. Bereits in den ersten zwei Semester finden Praktika statt, einerseits die MaWi Grundpraktika und andererseits die Physik Grundpraktika, die vom Fachbereich Physik organisiert werden. In den Physikpraktika bekommt man anfangs vor allem Einblicke in Messmethoden verschiedener physikalischer Größen und einen Überblick über die physikalischen Gebiete Elektrizitätslehre, Kernphysik, Mechanik, Optik und Wärmelehre. In den MaWi-Praktika liegt anfangs der Schwerpunkt auf der Messung verschiedener Materialkennwerte (Festigkeit, elektrische Leitfähigkeit, etc.).

Im dritten und vierten Semester liegt der Schwerpunkt des Studiums eindeutig auf der Werkstoffseite der Materialwissenschaft. Einerseits lernt man in MaWi 3 wie sich Defekte in Kristallen auf die Festigkeit und andere Eigenschaften auswirken, andererseits in technischer Mechanik, wie sich Bauteile verformen und wie man deren Belastung berechnet. Im vierten Semester geht es dann zu Themen wie Rissausbreitung unter periodischer Belastung in MaWi 4. Außerdem wird hier mit „Numerische Methoden der Materialwissenschaft“ eine kurze Einführung in die finite Elemente Methode gegeben, um genau solche Belastungsfälle auch in der Realität berechnen zu können. Nebenbei erhält man in Werkstoffherstellung und Verarbeitung Einblicke in die verschiedenen Herstellungsmethoden von Metallen und Keramiken und deren Vor- und Nachteile.

Gleichzeitig startet mit „Einführung in die Elektrotechnik“ im vierten Semester gleichzeitig langsam die Schiene der funktionalen Materialeigenschaften. Diese wird dann im fünften Semester deutlich ausgebaut. Einerseits lernt man in „Physikalischer Chemie 2“ die Grundlagen der Quantenmechanik, anderseits lernt man in MaWi 6 die Grundlagen der Festkörperphysik. Kurz zusammengefasst, werden folgende Fragen beantwortet: Warum und wie leiten Festkörper wie Metalle Wärme? Wie kann man die Wärmekapazität dieser Festkörper vorhersehen und wie lässt sich deren Abhängigkeit von der Temperatur erklären? Warum leiten Metalle gut Strom? Warum gibt es Halbleiter und Isolatoren und wovon hängt die Leitfähigkeit ab?

Aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem fünften Semester wird im sechsten Semester mit MaWi 7 auf diesem Gebiet weitergemacht. Gleichzeitig sind die Themen vielleicht sogar noch spannender: Wie funktioniert ein Supraleiter und warum gibt es überhaupt Supraleitung? Wie funktionieren die verschiedenen Arten von Magnetismus und wodurch werden sie hervorgerufen? Gleichzeitig erhält man in Konstruktionswerkstoffe nochmal eine tiefergehende Einführung in die wichtigsten Konstruktionswerkstoffe in der Materialwissenschaft. Dabei ist dieses Fach in zwei Teile geteilt. Im ersten Teil erhält man eine Einführung in die wichtigsten Legierungen wie Stahl, Aluminiumlegierungen, Superlegierungen und Titanlegierungen. Im zweiten Teil geht es dann um Keramiken (unter anderem als Beschichtungen), Verbundwerkstoffe und Polymere. Ein wichtiger Aspekt ist jeweils vor allem, warum bestimmte Werkstoffe bessere Eigenschaften haben als andere. Der Aspekt ist deutlich wichtiger als das Auswendiglernen von Kennwerten.

Im sechsten Semester wird außerdem die Bachelorarbeit geschrieben. Viele schreiben diese extern in Unternehmen, aber die meisten an der Uni. Für die Bachelorarbeit könnt ihr euch im Grunde ein Fachgebiet aussuchen, dass aus eurer Perspektive besonders interessante Sachen macht. Wenn ihr euch zum Beispiel für Magnete interessiert, würdet ihr in der Gruppe „Funktionale Materialien″ anfragen, die als Schwerpunkt magnetische Materialien hat. Meistens ist es dann auch kein Problem eine Stelle für eine Abschlussarbeit in der Wunschgruppe zu finden. Häufig könnt ihr nach einem speziellen Thema fragen oder ihr bekommt auch einfach Themenvorschläge, von denen ihr euch einen aussuchen könnt. Ihr solltet dann auch einen Doktoranden oder Postdoc als Betreuer erhalten, der euch bei allen Fragen zur Seite steht und euch Einführungen in die verschiedenen Labore gibt.

Das MaWi Studium ist im Bachelor in Hinblick auf die MaWi Module relativ festgeschrieben. Jedoch kann man sich im Wahlpflichtbereich sehr frei entfalten. Im nicht-technischen Bereich sind Sprachkurse die klassische Wahl, es gibt zum Beispiel einen Englischsprachkurs nur für Materialwissenschaftler, indem man dann ohne Probleme reinkommt. Außerdem gibt es vom Sprachenzentrum zahlreiche Sprachkurse, die jedoch sehr stark nachgefragt sind. Jedoch gibt es auch zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie BWL, Geschichtskurse und so weiter.

Im technischen Bereich kann man auch seinem materialwissenschaftlichen Studium einen Schwerpunkt geben. So kann man beispielsweise Module wie Hochtemperaturwerkstoffe wählen, die eigentlich vom Fachbereich Maschinenbau angeboten werden. Außerdem kann man sich organische Chemie und Fächer über Polymere anhören, wenn man sich doch in Richtung von Polymeren spezialisieren will. Eine weitere Möglichkeit sind umweltwissenschaftliche Fächer vom Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwesen oder Fächer von den Geowissenschaften. Raumfahrtbegeisterte können sich Fächer wie „Luft- und Raumfahrtantriebe“ anhören.

Eine Liste aller bis jetzt genehmtigten Wahlpflichtfächer findet ihr hier (wird in neuem Tab geöffnet).

In Darmstadt gibt es zwei große Campus der TU. Einerseits die Lichtwiese und anderseits die Stadtmitte. Der Fachbereich Materialwissenschaft ist an der Lichtwiese verortet, jedoch hört ihr in den ersten Semestern noch viele Grundlagenveranstaltungen wie Physik und Mathe zumindest zum Teil in der Stadtmitte. Die Verbindung zwischen beiden Campus ist jedoch per Bus und Fahrrad sehr gut, wie sich auch beide insgesamt sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lassen. Zurzeit wird auch die Lichtwiesenbahn gebaut, die es einem ermöglichen soll, mit der Straßenbahn vom HBF und der Stadtmitte direkt zur Lichtwiese fahren zu können. Insgesamt kann man aber jetzt schon sagen, dass sich alles in Darmstadt problemlos mit Fahrrad, Bus und Bahn erreichen lässt.

Durch die große Anzahl an Studenten gibt es viele Studentenpartys und einige Kneipen. Für größere Clubs oder Bars sind Frankfurt und Mainz relativ schnell mit der Bahn zu erreichen. Das Semesterticket für das RMV-Gebiet ist übrigens im Semesterbeitrag enthalten.

Ansonsten lässt sich die Freizeit besonders durch das reichhaltige Sportangebot sehr abwechslungsreich gestalten. Es werden verschiedene Sportarten und Fitnesskurse von der Uni entweder umsonst oder gegen einen geringen Beitrag angeboten. Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Discgolf-Platz, Beachvolleyball-Plätze und das hochschuleigene Freibad gratis zu nutzen.

Wohnungssuche in Darmstadt gestaltet sich allerdings ein wenig schwierig. Besonders zu Zeiten des Semesterbeginns lassen sich oft nur teure oder schlecht gelegene Wohnungen und WGs finden. Auch die Chancen, in einem Wohnheim unterzukommen, sind nicht allzu groß, selbst wenn man sich früh genug beim Studentenwerk bewirbt. Am besten findet man daher eine Wohnung entweder mitten im Semester oder über Freunde und Bekannte.

1. Schreibt uns (der Fachschaft) eine Mail oder nutzt unser Kontaktformular. Ihr könnt uns gerne jederzeit anschreiben, wenn ihr ein Problem oder eine Frage habt.

2. Wenn ihr einmal in den Alltag eines MaWi Studierenden schnuppern wollt, findet ihr alle Infos zu MaWi für einen Tag hier.

3. Geht auf die Darmstädter Hochschul- und Berufsinformationstage (Hobit). Am Infostand des Fachbereichs Materialwissenschaft findet ihr Professoren, Mitarbeiter und Studenten, die ihr mit euren Fragen löchern könnt.

4. Speziell der weibliche MaWi-Nachwuchs kann am Schnuppertag für Schülerinnnen und am Girls' Day den Fachbereich besser kennen lernen.

5. Guckt euch die Videos auf der Online-Self-Assesment (OSA) Seite an und macht die Tests.

6. Wendet euch an den Fachbereich und guckt auf der Fachbereichsseite für Studieninteressierte.