Europäischer Forschungsrat fördert Materialforschung

„Proof of Concept“-Grant für Elektronenmikroskopie

25.06.2026

Die TU Darmstadt hat im internationalen Wettbewerb um Fördergelder erneut sehr gut abgeschnitten: Drei Wissenschaftler werden vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit einem „Proof of Concept“-Grant ausgezeichnet. Die ausgewählten Projekte zu Elektronenmikroskopie, biomedizinischer Forschung und zur Sicherheit beim Austausch von Chip-Bauplänen erhalten über einen Zeitraum von 18 Monaten je 150.000 Euro. Ziel der Förderung ist es, Forschungsergebnisse in die praktische Anwendung zu überführen.

ERC „Proof of Concept“-Grants gingen an Professor Ahmad-Reza Sadeghi, Professor Thomas Burg und Professor Leopoldo Molina-Luna (v.l.)

Von der Forschung in die Anwendung

Mit „Proof of Concept“-Grants soll die Kontinuität von hochkarätiger Forschung sichergestellt werden. Gefördert werden hier nicht neue Projekte, sondern ausschließlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits einen ERC-Grant innehaben und ein Forschungsergebnis aus ihrem laufenden oder abgeschlossenen Projekt vorkommerziell verwerten möchten.

Ziel eines „Proof-of-Concept“-Projektes soll es sein, das Marktpotenzial einer solchen Idee zu überprüfen. Der ERC finanziert hiermit also keine Forschungsaktivitäten, sondern Maßnahmen zur Weiterentwicklung im Hinblick auf die Anwendungsreife, Kommerzialisierung oder Vermarktung einer Idee.

In der jüngsten Förderrunde wurden 182 Grants vergeben, 554 Anträge waren eingereicht worden. Nach Deutschland gingen dabei 31 der begehrten Förderungen, davon vier an die TU München und jeweils drei an die TU Darmstadt sowie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Projekt „CALIBRATE“, Professor Leopoldo Molina-Luna

„CALIBRATE“ (Chip-based Accurate eLectron Intensity Beam Readout for Advanced TEM Experiments) entwickelt einen neuen Kalibrierungsstandard für die Transmissionselektronenmikroskopie – einem der wichtigsten Werkzeuge der modernen Materialforschung. Damit Messergebnisse zuverlässig und vergleichbar sind, muss die Intensität des Elektronenstrahls am Untersuchungsort exakt bekannt sein. Bislang existiert hierfür jedoch kein allgemein nutzbarer Standard. Diesen möchte Professor Leopoldo Molina-Luna, Mitglied des Forschungsfelds Matter and Materials (M+M), im Projekt „CALIBRATE“ entwickeln. Dazu werden mikroskopisch kleine Faraday-Becher auf Chips integriert, die bereits in modernen Transmissionselektronenmikroskopen eingesetzt werden. So lässt sich der Elektronenstrahl unmittelbar am Probenort präzise messen. „CALIBRATE“ baut auf den Erfahrungen aus den PoC- Projekten „STARE“ und „BED-TEM“ auf und ist bereits das fünfte ERC-geförderte Vorhaben von Molina-Luna. Im Projekt besteht eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der RMU-Partnerin Goethe-Universität Frankfurt.

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