Neuer Sonderforschungsbereich „Funktionale Papiere“ bewilligt – „Eisen, neu gedacht!“ verlängert
15.05.2026 von Ruben Bischler
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat in der aktuellen Förderrunde positiv über die Anträge zweier Sonderforschungsbereiche (SFBs) mit Beteiligung von Forschenden des Instituts für Materialwissenschaft der TU Darmstadt entschieden. Das Vorhaben „Papier – Mit maßgeschneiderten Eigenschaften zu neuen Anwendungen“ startet zum 01. Oktober 2026. Der SFB 1487 „Eisen, neu gedacht!“ (engl.: „Iron, upgraded!“) darf zum 01. Juli 2026 in seine zweite Förderperiode eintreten.
Papier – Mit maßgeschneiderten Eigenschaften zu neuen Anwendungen
Der neue SFB zu funktionalem Papier wird von Prof. Markus Biesalski, Leiter der Arbeitsgruppe Makromolekulare und Papierchemie am Fachbereich Chemie der TU Darmstadt, geführt. Darin sind zwei Fachgebiete der Materialwissenschaft mit je einem Teilprojekt vertreten:
Die Forschungsgruppe Physics of Surfaces von Prof. Robert Stark erforscht die Mikro- und Nanomechanik von funktionalisierten Fasern und kleinen Fasernetzwerken mittels Rasterkraftmikroskopie und konfokaler Ramanmikroskopie. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen neuartige Prozesse zur Funktionalisierung von Papier ermöglichen. Zum Anderen fließen sie in die Entwicklung neuer numerischer Modelle für die Vorhersage des mechanischen Verhaltens von Fasern und Papier.
Genau das ist Gegenstand des Teilprojekts des Fachgebiets Mechanik Funktionaler Materialien von Prof. Bai-Xiang Xu. Mittels mikromechanischer Simulationen soll das nichtlineare und elastische Verhalten von Fasernetzwerken in funktionalisierten Papieren untersucht werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Einflüssen von multi-physischen Umgebungen und Funktionalisierungen wie Feuchtigkeit, Polymer-Additiven und Mikroorganismen.
Eisen, neu gedacht!
Die Leitung des jüngst verlängerten SFBs „Iron, upgraded!“ liegt bei Prof. Ulrike Kramm, Leiterin der Arbeitsgruppe Katalysatoren und Elektrokatalysatoren aus dem Fachbereich Chemie der TU Darmstadt. Dieses Vorhaben erforscht die Verwendung von Eisen als wiederverwendbarem Energieträger. Das Institut für Materialwissenschaft ist mit den Professoren Lambert Alff (Fachgebiet Dünne Schichten), Oliver Gutfleisch (Funktionale Materialien), Jan Philipp Hofmann (Oberflächenforschung) und Hongbin Zhang (Theorie Magnetischer Materialien) vertreten.
Darmstädter MaWis jetzt in vier Sonderforschungsbereichen
Neben den Beteiligungen an den obengenannten Großprojekten zeichnet sich das Institut für Materialwissenschaft für die Leitung zweier weiterer SFBs der DFG verantwortlich:
Sprecher des SFB 1548 FLAIR ist Prof. Andreas Klein, Leiter des Fachgebiets Elektronenstruktur von Materialien. Gegenstand dieses Projekts ist die Entwicklung neuartiger Elektrokeramiken mittels Fermi-Level-Engineering.
Prof. Oliver Gutfleisch, Leiter des Fachgebiets Funktionale Materialien, ist Sprecher des SFB/TRR 270 HoMMage. Dieser TransRegio-SFB widmet sich dem Hysterese-Design von Magneten für eine effiziente Energiewandlung.
DFG Sonderforschungsbereiche
Sonderforschungsbereiche sind langfristige, auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftler:innen im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten.
Sie ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller, aufwendiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben durch Koordination und Konzentration von Personen und Ressourcen in den antragstellenden Hochschulen. Damit dienen sie der institutionellen Schwerpunkt- und Strukturbildung. Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind ausdrücklich erwünscht. Sonderforschungsbereiche bestehen aus einer Vielzahl von Teilprojekten. Anzahl und Größe der Teilprojekte ergeben sich aus dem Forschungsprogramm des Verbunds. Die Teilprojekte werden von einzelnen oder von mehreren Wissenschaftler:*innen gemeinsam geleitet.